2019

Januar 2019 Übergabe der Geschäftsleitung an Monika Lipp


2003

Die Bäckerei Frick kann seit 2003 auf ein Jahrhundert Firmengeschichte zurückblicken, in der es gute aber auch schlechtere Zeiten gab. Durch das Engagement der Familie, die Zuverlässigkeit und der Treue vieler Mitarbeiter und das Vertrauen der Kunden konnte sich der Betrieb beständig weiterentwickeln. Heute arbeiten im Hauptgeschäft und in den sieben Filialen 85 Mitarbeiter. Pro Jahr werden ca. 800 – 900 Tonnen Mehl verbraucht.

Unsere, seit Generationen bewährten, eigenen Rezepte werden ständig verfeinert und abgewandelt. Über die neuen technischen Möglichkeiten freuen wir uns. Doch im Mittelpunkt unserer Arbeit steht nach wie vor das Handwerk – darauf legt die Geschäftsführerin Monika Lipp großen Wert.


Senior Josef Frick , Carina Lipp – Tochter von Monika – und Geschäftsführerin Monika Lipp

1995

Mit dem Kauf des früheren Heinrich-Schatz-Hauses wurde wiederum die Basis für eine gesunde Weiterentwicklung gelegt. Im Erdgeschoss, auf einer Fläche von rund 1.000 m² befindet sich nun eine hochmoderne Backstube und im Untergeschoss auf 500 m² die Konditorei. Die neue Produktionsstätte mit hochmodernen Öfen, einem Gärraum und einer computergesteuerten Anlage zum Abwiegen von Mehl und Wasser und zur Rezeptur verschiedener Teigmischungen, bietet den Mitarbeitern auch großzügige räumliche Bedingungen. Aus der früheren Backstube wurde der ursprüngliche Laden wieder abgetrennt und vermietet.

Im Jubiläumsjahr 2003 wurde noch einmal kräftig erweitert. Josef Frick erwarb das Haus Schützenstraße 5, vormals Baustoffe Mayer. Das Hintergebäude, in dem lange Jahre die Fahrschule Schmidt untergebracht war, wurde abgerissen und der Bäckerei angegliedert. Somit wurden weitere 600 m² Arbeitsfläche geschaffen. Außerdem kam noch ein hochmoderner Steinbackofen mit rund 50 m² Backfläche hinzu.



1993

Die Tochter Monika Frick (heute Monika Lipp) wurde 1993 in die Geschäftsführung einbezogen. Sie soll das Handwerksunternehmen mit 33 Beschäftigten in Bäckerei und Verkauf weiterführen.



1975

Schon in der 2. Generation unter Josef Frick senior waren die ersten Erweiterungen notwendig geworden, da der Betrieb immer mehr aus den Nähten platzte. Für die eigentliche Expansion sorgte dann aber der Sohn Josef Frick junior in der 3. Generation. Nachdem schon zuvor innerbetrieblich viel modernisiert und auf den neuesten Stand gebracht worden war, entschloss sich Josef Frick 1975 einen modernen Neubau an der Ecke Schützenstraße/Abt-Hyller-Straße zu erstellen. Die alten Verkaufs- und Büroräume wurden gänzlich in die Backstube integriert. Diese Umgestaltung schuf die Voraussetzung dafür, den Betrieb noch mehr auszuweiten und den Geschäftsablauf weiter zu rationalisieren.

Es waren derzeit 13 gelernte Bäcker, darunter vier Meister und zehn Frauen für Versand und Verkauf tätig. Die Bäckerei Frick belieferte 30 Wiederverkäufer und verarbeitete monatlich etwa 45 Tonnen Mehl zu Brot und Brötchen. Besonders groß war damals schon der Anteil an Kleinbrot; »Frick-Brezeln« sind schon lange weit und breit ein Begriff.




Familie Frick

Aus der Ehe von Josef und Maria Frick gingen zwei Söhne hervor, Josef und Walter, die beide im Betrieb tätig waren. 1965, ein Jahr vor seinem Tod, übergab Josef Frick senior den Betrieb dem 1936 geborenen Sohn Josef Frick junior. Damals waren sieben Leute in der Produktion und fünf im Verkauf beschäftigt. Dieser Betriebsübergang erfolgte mitten in einem Jahrzehnt, in dem neue Technologien entwickelt und eingeführt wurden, die den Bäckerberuf zu einem modernen, technischen Handwerk wandelten.

Aber nicht nur die sinnvolle Anwendung neuer Technik und Technologie, auch die Anpassung an den Wandel in Wirtschaft und Gesellschaft musste gemeistert werden. Im Verkauf unterstützt durch die Ehefrau Edith Frick und in der Produktion durch den Bruder Walter Frick, gelang Josef Frick junior diese Umstellung vom reinen Handwerker zum Unternehmer und Dienstleister.


Josef und Maria Frick und die beiden Söhne Josef und Walter

Nachkriegszeit

Die Fortsetzung des Betriebes war in der ersten Nachkriegszeit durch die persönlichen, aber auch die allgemeinen Umstände recht beschwerlich und schwierig. Mehl, Hefe, Wasser und Salz waren, wenn auch unter Schwierigkeiten, immer wieder zu bekommen. Aber einen Lieferanten, der regelmäßig Kohle gebracht hätte, fand man nicht. So mussten die Bäcker zur Selbsthilfe greifen. An drei Tagen in der Woche ging eine Hälfte der Bäckereibetriebe in den Wald um Holz zu schlagen oder nach Bad Wurzach zum Torfstechen und sorgte so für das entsprechende Brennmaterial. Nach der Wochenmitte wurden die Rollen getauscht.

Aber auch den leeren Kohlenkeller wusste man in der Bäckerei Frick zu nutzen: im doppelten Sinne »schwarz« wurden ständig drei bis vier Schweine im Keller gehalten und schwarz geschlachtet.So konnten die Familie und alle Mitarbeiter, die Kost und Wohnung im Hause hatten, ernährt werden. Josef Frick zeigte sich hier als Meister der Improvisation und fand Mittel und Wege, den Menschen das tägliche Brot zu backen, was auch von der zunehmenden Zahl von Kunden honoriert wurde. Als Währungsreform und Wirtschaftswunder uns allen zu steigendem Wohlstand verhalfen, wurde das Sortiment um Brötchen, Kuchen und Torten erweitert.



1936

1936 übergab Franz Frick die Bäckerei an seinen 1907 geborenen Sohn Josef Frick (der Vater des heutigen Firmeninhabers). Allzuviel Zeit blieb diesem allerdings nicht, um das vom Vater übernommene Geschäft aus- und aufzubauen. Bereits am ersten Mobilmachungstag zu Kriegsbeginn 1939 wurde er zum Wehrdienst eingezogen. Als Angehöriger einer Bäckereikompanie geriet er 1942 in den Kessel von Stalingrad. Er konnte mit sechs Kameraden fliehen und sich bis nach Warschau durchschlagen. Als er dort ankam, waren seine beiden Füße erfroren und mussten amputiert werden.

Trotz dieser Beschwernisse, eröffnete er 1944 nach seiner Rückkehr aber sofort wieder den Betrieb, der während seiner Abwesenheit fünf Jahre lang geschlossen war. Am Tag, als die Argonnenkaserne bombadiert wurde, baute er seinen ersten Ofen ein.

Josef Frick (rechts), Vater des heutigen Inhabers

1903

Zu Beginn des letzten Jahrhunderts, im Jahre 1903, erwarb Bäckermeister Franz Frick aus Rötenbach bei Wolfegg einen kleinen Stadel. Dieser lag am damaligen Nordrand der Stadt Weingarten und nach entsprechendem Umbau wurde hier die »Firma Frick« gegründet. Neben der Bäckerei betrieb er von Anfang an einen Glas- und Porzellanhandel. Wahrscheinlich ging er von der Überlegung aus, dass dort »draußen« mit Brot allein das tägliche Brot für einen Handwerksmeister nicht zu finden sei.

Es gab wohl kaum einen alteingesessenen Bürger oder Geschäftsmann Weingartens, der nicht überzeugt gewesen wäre, dass diesem Unternehmen kein langes Leben beschieden sei. Und doch gelang es dem Firmengründer Franz Frick sich über drei Jahrzehnte zu halten und die Bäckerei in einer für die damalige Zeit ganz erfreulichen Weise auszudehnen.