Lebensmittel retten


Ein Thema, dass aktuell in allen Medien präsent scheint:
Was geschieht mit Lebensmittel die bis zum Abend nicht verkauft wurden, bzw. deren Haltbarkeitsdatum abgelaufen ist?
Während in Deutschland noch sehr viele Lebensmittel von den Händlern & Produzenten abends entsorgt werden ist dies in Frankreich schon seit einigen Jahren verboten.
Auch wir werden regelmäßig von Kunden gefragt, wie wir mit unseren „alten“ Backwaren umgehen:
Und diese Frage beantworten wir sehr gerne.

Es gibt mittlerweile einige professionelle Vermarkter & Startups die zum Teil tolle Ideen haben und die auch bei uns schon vorstellig wurden. Manchmal sind da recht interessante Ansätze dabei, manchmal drängt sich aber der Gedanke auf, dass unter dem schönen Deckmantel „Lebensmittelrettung“ doch eher ein durchkalkuliertes Geschäftsmodell steckt, bei dem finanzielle Interessen im Vordergrund stehen.

Schlussendlich halten wir, an unserem eigenem, und seit Jahrzehnten erfolgreichen Weg fest.

Wir haben schon immer eine tiefe Demut vor unserem Produkt und unserem Tun. Ich denke kein Bäcker von uns wird jemals den Moment vergessen, als er das erste selbstgemachte Brot während seiner Lehrzeit in seinen Händen gehalten hat.
Ein Produkt, dass er vom Ansetzen des Teiges, über den Gärprozess bis hin zum Backen begleitet hat.
Das macht sehr stolz und ist ein unvergesslicher Augenblick.
Daher ist es uns noch nie in den Sinn gekommen, diese tollen Backwaren einfach wegzuwerfen.
Aus jahrzehntelanger Erfahrung können wir ziemlich gut ausrechnen was wir täglich verkaufen. Wir kalkulieren lieber auf der knappen Seite und riskieren, dass wir manchen Kunden am Nachmittag nicht mehr zufriedenstellen können.
Aber dafür müssen wir abends nichts vernichten.

Wir machen uns auch die Mühe, spät nachmittags die Filialen anzufahren die früher schließen und von dort die übrigen Backwaren in unsere Verkaufsstellen bringen, die längere Öffnungszeiten haben.
Finanziell wird sich der Aufwand nie rechnen – aber wir reduzieren deutlich unseren Überschuss. Solche „Kleinigkeiten“ funktionieren bei uns, als „kleinem“ Familienbetrieb mit überschaubarem Verkaufsradius, wunderbar.

Die Artikel, die dann trotzdem noch übrig bleiben, holen wir am nächsten Tag ab und spendieren diese der Tafel, verarbeiten sie selber weiter (bspw. Semmelbrösel) oder beliefern Kunden die das Brot vom Vortrag (das ja noch einwandfrei ist) sinnvoll weiterverwenden.

Darum ist unsere Biotonne kaum größer als die eines normalen Haushaltes.
Und so können wir stolz auf uns und unsere Arbeit sein, weil wir wissen, dass all das was wir spät nachts produziert haben, auch komplett und sinnvoll verwendet wird.